Theoretische Ausbildung

Ohne fliegerische Vorbildung wird eine theoretische Ausbildung von mindestens 60 Unterrichtseinheiten á 45 Minuten in folgenden Unterrichtsfächern gefordert.

  • Meteorologie
  • Technik/-Aerodynamik
  • Navigation
  • Sprechfunk
  • Verhalten in besonderen Fällen
  • Luftrecht
  • Pyrotechnik

Es handelt sich dabei um eine Minimalanforderung, die ausreichend sein mag, die Theorie-Prüfung zu bestehen. Sie ist aber keinesfalls ausreichend, um das notwendige Wissen zu vermitteln, ein guter und sicherer Pilot zu werden.

Wir gehen über diese Anforderungen hinaus und schulen im Theorieunterricht zu 100% nach gültigen PPL Standards!

Dabei setzen wir u.a. Schwerpunkte auf Themen, die für die fliegerische Praxis unabdingbar sind und die in der Standard-UL-Ausbildung zu kurz kommen.

  • Weight & Balance
  • Dichtehöhe
  • Start- und Landestreckenberechnung
  • Streckenplanung mit Flugplan
  • BOC/TOC & TOD/BOD

Unsere Theorie-Ausbildung ist mit ca. 120 Unterrichtseinheiten doppelt so umfangreich wie gefordert. Unsere Kurse sind mit maximal 7 Teilnehmern klein genug, dass man auf individuelle Fragen eingehen und ein wirkliches Verständnis in komplexen Themenbereichen erzielen kann. Das oft praktizierte Auswendiglernen eines Fragenkatalogs kann und darf nicht Bestandteil einer guten Ausbildung sein.

Im Anschluss an die Theorieausbildung folgt die theoretische Prüfung:

Zeitpunkt und Ort der Prüfung und ggf. ein Prüfungsrat werden von der ausbildenden Flugschule vorgeschlagen und vom DULV festgelegt.

  • Geprüft wird jedes Fach einzeln mit 40 Fragen pro Fachgebiet. Die Fragen werden im „multiple choice“ Verfahren gestellt.
  • Die Auswahl der Prüfungsfragen erfolgt aus allen Fragen des Fragenkatalogs nach dem Zufallsprinzip.
  • Das Fach Navigation ist aufgeteilt in einen Fragenteil und eine Navigationsaufgabe mit je 20 Fragen und wird in der Wertung als Ganzes betrachtet.
  • Für die Lösung der Prüfungsaufgaben stehen je Fachgebiet 30 Minuten, im Fach Navigation 60 Minuten zur Verfügung (insg. maximal 3,5 Stunden).
  • Die schriftliche Prüfung ist bestanden, wenn in jedem schriftlichen Prüfungsfach mindestens 34 von 40 Fragen richtig beantwortet sind (85%).

Hat ein Bewerber in höchstens zwei Fächern zwischen 7 und 10 Fehler, kann eine mündliche Nachprüfung durchgeführt werden, in der nachgewiesen werden muss, dass die zugrunde liegenden fachlichen Inhalte beherrscht werden. Ist die Fehlerzahl in mehr als zwei Fächern größer als jeweils 7, ist die Prüfung als Ganzes schriftlich zu wiederholen. Komplette Theorieprüfungen oder einzelne Fächer können höchstens drei Mal wiederholt werden.

Die Theorieprüfung hat eine Gültigkeit von 3 Jahren ab dem Zeitpunkt des erstmaligen Bestehens des letzten Teiles. Sollten in diesem Zeitraum nicht die praktische Prüfung abgelegt werden, ist die Theorieprüfung zu wiederholen. Eine Verlängerung der Gültigkeitsdauer der Theorieprüfung ist nicht möglich.

Das Fach “Pyrotechnik” ist nicht (mehr) Bestandteil der offiziellen Theorieprüfung und wird im Vorfeld durch den Ausbildungsleiter der Flugschule abgenommen.

Mögliche Erleichterungen:

  • Für Inhaber eines Flugfunkzeugnisses (BZF I/II oder AZF) entfällt die Prüfung im Fach “Sprechfunk”. Die für die Prüfung zur Verfügung stehende Zeit reduziert sich um 30 Minuten.
  • Für Inhaber eines B-Scheins (Streckenflugberechtigung Gleitschirmflieger) entfällt die Prüfung im Fach “Meteorologie”. Die für die Prüfung zur Verfügung stehende Zeit reduziert sich um 30 Minuten.
Praktische Ausbildung

Die praktische Ausbildung besteht aus mindestens 30 Flugstunden, von denen mindestens fünf Flugstunden im Alleinflug erfolgen müssen, sowie mindestens fünf Starts und Landungen im Alleinflug auf zwei verschiedenen Flugplätzen. Außerdem müssen zwei Überlandflüge mit Fluglehrer über eine Gesamtstrecke von jeweils mindestens 200 km, drei Außenlandeübungen mit Fluglehrer sowie drei Überlandflüge im Alleinflug zu fremden Flugplätzen absolviert werden.

  • Einweisungsflüge zur Vermittlung der Grundlagen für die Beherrschung des Luftsportgeräts
  • Starten und Landen
  • Verhalten in besonderen Notsituationen
  • Erster Alleinflug in der Platzrunde
  • Erlernen des Handlings unter besonderen Bedingungen (zum Beispiel das Starten und Landen bei Seitenwind)
  • Überlandeinweisung mit Anwendung der terrestrischen Navigation
  • 3 x 50 km Alleinflüge mit Zwischenlandung auf fremden Flugplätzen
  • 2 x 200 km Flug mit Lehrer inkl. Zwischenlandung
  • Vorbereitung auf die praktische Prüfung
  • Abschluss der praktischen Ausbildung durch eine 60 minütige Prüfung durch einen Prüfungsrat des DULV

Der Ablauf der praktischen Ausbildung wird dabei in mehrere Phasen aufgeteilt:

Grundausbildung

  • Ruderkoordination
  • Kurvenflug
  • Steigen/Sinken
  • Bedienelemente
  • Richtung halten
  • Navigation

Platzrundenausbildung

  • Start / Landung
  • Seitenwindlandung
  • Kurzstart
  • Kurzlandung
  • Ziellandungen
  • Alleinflug

Sicherheitsausbildung

  • Langsamflug
  • Notlandungen
  • Strömungsabriss
  • Motorausfall
  • Steilkurven
  • Dämmerungsflug

Streckenflugausbildung

  • Flugvorbereitung
  • Koppelnavigation
  • GPS-Einweisung
  • Landung auf fremden Plätzen

Im Anschluss an die Praxisausbildung folgt die praktische Prüfung:

Der Prüfer gibt meist am Vorabend der Prüfung eine Flugstrecke vom Heimatflugplatz über A nach B und zurück zum Heimatflugplatz vor. Es wird eine schriftliche Flugvorbereitung erwartet, incl. Schwerpunktberechnung für das UL samt beteiligten, Pilot und Copilot, Gepäck und benötigtem Kraftstoff.

Die Navigation erfolgt grundsätzlich nach Karte und Kompaß. Im Falle des Verfliegens, muss mit Auffanglinien etc. versucht werden, die aktuelle Position sicher zu stellen. Ein Streckennavigationsgerät mit Hintergrundkarte, auch GPS oder GPS MAP genannt, ist nicht erlaubt.

Hat man während der praktischen Prüfung das Flugziel gefunden, fliegt man zurück nach Hause zum Heimatflugplatz. Auf dem Heimflug kann zusätzlich schlechtes Wetter simuliert werden und man muß einen weiteren Punkt ohne große Flugvorbereitung finden. Hier will der Prüfer sehen, ob der zukünftige Pilot in der Lage ist, spontane Pläne zu entwickeln.

Hat man den Punkt gefunden, werden auf dem letzten Abschnitt des Prüfungsflugs zum SPL noch Flugübungen geflogen:

  • Kurven
  • Steilkurven
  • Notverfahren
  • Rollübung

Der Teil “Ziellandung” wird in der Regel mit laufendem Motor im Leerlauf aus 2.000 ft AGL auf dem Heimatflugplatz geflogen. Manche Prüfer fliegen diesen Teil zuerst, da er einiges an Konzentration benötigt und die zu Beginn der Prüfung meist noch am höchsten ist.

Der Prüfer ist als PIC (pilot in command) dabei immer an Bord des UL und beurteilt das Geflogene.

Gültigkeit und Aufrechterhaltung der Lizenz nach §45 LuftpersV
  • Die Lizenz hat eine unbegrenzte Gültigkeitsdauer, benötigt jedoch ein ebenfalls gültiges Tauglichkeitszeugnis.
  • Eine gültige Lizenz berechtigt nur zum Fliegen, wenn der Inhaber der Lizenz für aerodynamischgesteuerte Ultraleichtflugzeuge innerhalb der letzten 2 Jahre mindestens 12 Flugstunden, darin müssen mindestens 12 Starts und 12 Landungen enthalten sein, auf aerodynamisch gesteuerten Ultraleichtflugzeugen, Reisemotorseglern oder einmotorigen Landflugzeugen mit Kolbentriebwerk durchgeführt hat.
  • Darüber hinaus muss nach §45 LuftpersV in den letzten 24 Monaten ein Übungsflug von mindestens einer Stunde Flugzeit in Begleitung eines Fluglehrers auf aerodynamisch gesteuerten Ultraleichtflugzeugen nachgewiesen werden. Der Übungsflug für SEP nach Part-FCL wird dabei nicht als Übungsflug für Luftsportgeräte anerkannt. Der Übungsflug nach § 45 LuftPersV muss also auf einem UL durchgeführt werden.
  • Diese Voraussetzungen können durch eine Befähigungsüberprüfung mit einem dazu anerkannten Prüfer auf einem aerodynamisch gesteuerten Ultraleichtflugzeug, einem Reisemotorsegler oder einem einmotorigen Landflugzeug mit Kolbentriebwerk ersetzt werden.
  • Die Nachweise für den Übungsflug nach dem §45 LuftPersV sind im Flugbuch zu führen und durch Unterschrift des Fluglehrers oder Prüfers zu bestätigen.
Passagierberechtigung

Nach der Ultraleicht Flugausbildung zur Ultraleichtfluglizenz ist es zunächst nicht vorgesehen, direkt mit Passagieren fliegen zu dürfen. Dazu muss eine separate Berechtigung, die sogenannte Passagierberechtigung, gem. § 84a LuftPersV erworben werden.

  • Voraussetzungen für den Erwerb dieser Passagierberechtigung ist der Nachweis von fünf Überlandflügen, davon mindestens zwei Überlandflüge mit Zwischenlandung über eine Gesamtstrecke von mindestens 200 Kilometer nach Erwerb der Lizenz in Begleitung eines Fluglehrers.
  • Der Bewerber für eine Passagierberechtigung hat in einer praktischen Prüfung nachzuweisen, dass er nach seinem Wissen und praktischen Können die Anforderungen für Flüge mit Passagieren erfüllt. Der zweite der beiden 200-km-Flüge in Begleitung des Fluglehrers kann hierbei als Prüfungsflug gewertet werden.
  • Definition der 200-km-Streckenflüge mit UL-Lehrer: Geradlinige Entfernung zwischen Start- und Zielflugplatz mind. 100km, Zwischenlandung und zurück zum Startflugplatz ist ein 200-km-Flug. Beträgt die Entfernung mindestens 200 km und ist eine Zwischenlandung erfolgt, also mindestens 400 km hin und zurück, sind zwei 200-km-Streckenflüge erfüllt.
  • Es gilt nach LuftPersV § 122 zu beachten: Privatluftfahrzeugführer, Segelflugzeugführer, Luftschiffführer oder Luftsportgeräteführer dürfen ein Luftfahrzeug, in dem sich Fluggäste befinden, als verantwortlicher Luftfahrzeugführer nur führen, wenn innerhalb der vorhergehenden 90 Tage mindestens drei Starts und drei Landungen mit einem Luftfahrzeug derselben Klasse, desselben oder ähnlichen Musters, der Art des Luftsportgerätes ausgeführt wurden.
  • Bei Bewerbern mit gültiger Lizenz für Privatflugzeugführer, Segelflugzeugführer oder Führer anderer motorbetriebene Luftfahrzeuge mit eingetragener Passagierberechtigung wird die Passagierberechtigung für Dreiachser bei Erteilung der Dreiachslizenz ohne weiteren Nachweis mit eingetragen.
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